Bahnbau Mondsee – Salzburg

1891 Salzburger Chronik

Salzkammergutbahn

Aus Mondsee wird dem Ober – Österreichischen Gebirgsboten geschrieben: „Beim Bau der Eisenbahn wird wieder frisch ans Werk gegangen. Es wurde schon mit der Demolirung des „Seewäscherhauses“ begonnen und das Rinnsal des Steinerbaches neu umgelegt. Leider fällt auch ein Theil der kanadensischen Pappeln am Valerie-Wege, der ein beliebter schattiger Spazierweg am Seegestade war, dem Bahnbau zum Opfer. Dafür wird der Promenadenweg unmittelbar am See-Ufer bis zum Schiffmeister Wintermayr geführt, was in der Folge eine herrliche Quai-Anlage wird, die den Esplanaden in Gmunden und Ischl würdig zur Seite stehen kann. In St.-Lorenz, beim Meierhofe und bei der Teufelmühle wird eine Haltestelle erbaut, während in Thalgau schon der Bahnhof fertig steht. Am meisten Arbeit braucht noch die Strecke Eugendorf – Salzburg, weil viele Grundbesitzer sich dem Unternehmen feindlich gegenüberstellen, während die Bau-Unternehmung in den Ortschaften Thalgau und besonders Mondsee das größte Entgegenkommen fand. Doch von Seite des Bezirksgerichtes Salzburg sind nun die Grundentschädigungs-Erkenntnisse hinsichtlich der zu Bahnzwecken erforderlichen Grundflächen auch bezüglich der Katastralgemeinden Itzling und Salzburg erflossen, und nachdem die den Besitzern enteigneten Grundflächen zugesprochenen Entschädigungen von Seite der Bau-Unternehmung gerichtlich deponiert worden sind, erfolgte bereits die politische Besitzeinführung, so daß die sofortige Inangriffnahme des Bahnbaues auch auf dieser letzten Strecke begonnen werden konnte. Die Stecke Salzburg – Mondsee soll demnach gegen 1. Juli dem Verkehre übergeben werden.“

(Salzburger Chronik, 12.3.1891, Seite 3)

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